Benjamin

  1. Dogwood Angel
  2. Post-War
  3. For the Honey
  4. Taking the Fall

Zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island im Atlantik liegen die Färöer, ein Archipel mit 18 Inseln, das sich als gleichberechtigte Nation innerhalb des Königreichs Dänemark selbst verwaltet. Seit einiger Zeit den Fußballfans durch exorbitant hohe Torergebnisse ein Begriff, greift auch die ausgesprochen rührige, unabhängige und frische Musik der Färöer um sich. Benjamin, Nachname Petersen, ist einer der bekanntesten Musiker des Landes, gefragter Studio- und Tournee-Gitarrist und Produzent.

Bevor er 1995 als 6-Jähriger die Gitarre und wenig später die Rockmusik für sich entdeckte, griff er im zarten Alter von 4 zur Geige. Die Verbindung zum Vater, einem Berufsmusiker, war stets eine besondere: Bereits mit 10 Jahren begleitete Benjamin ihn regulär in der Tanzkapelle auf einem Donau-Dampfer, und lebte später für mehrere Monate mit ihm zusammen bei den Aché-Indianern im Dschungel von Paraguay.

Fremdartig und im selben Moment vertraut: So ist auch die Musik des Benjamin Petersen; verblüffend homogener Bastard-Pop aus Folk, Rock und Wave, mit Banjo, Gitarre, Elektronik und einer hohen, schmerzlos durchdringenden Gesangsstimme zwischen Naturmystik und spirituellen Motiven. Das etwas unwirkliche Charisma des Sängers tut das seine.

„Ghost With Skin“ (2012) heißt das Album, mit dem Petersen – nebst Mikael Blak (Bass, Keyboards) und Jan Rúni Poulsen (Schlagzeug) – erstmals auch jenseits der Staatsgrenzen auf Bühne und CD auf sich aufmerksam machen konnte. Mit Erfolg. Zwischen Neil Young, George Harrison und das Alan Parsons Project verortete das deutsche Musikmagazin Melodie & Rhythmus die Musik des Färöer Weltenbürgers: Nicht unzutreffend.

Raum & Zeit

  • Buchhandlung MaKULaTUR
  • Lübeck, 18. Februar 2013

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß