Björn Högsdal

Björn Högsdal schreibt Punchline-Prosa, kabarettistische Lyrik und Satiren, in denen sich „die Absurdität des Alltäglichen und die Alltäglichkeit des Absurden“ finden und trägt sie mit trockener Intensität, spürbarem Vergnügen und vielen Zetteln in der Hand vor. Er schachtelt und verschneidet Sätze und generiert eine Art sprachlicher Antimaterie, von der man eingesogen wird noch bevor man die Pointe klar identifiziert hat. „Literatainment“, Sprachperformance mit ordentlich Unterhaltungswert inkl. Schwarzhumor und handverlesenen Schockeffekten. Political correctness, oft als moralinsaures, restriktives Instrument missbraucht, ist bei Högsdal der Subtext des Tabubruchs.

„Ich habe immer schon geschrieben, seit ich ein Kind war“, sagt Högsdal, der mit Anfang 20 an ersten Literaturwettbewerben und Lesungen teilnahm. HipHop brachte ihm Gedichte nah und 2003 kam die erste Einladung zu einem Poetry Slam. Angefixt von der Direktheit des Format, entdeckte der studierte Literatur- und Medienwissenschaftler Prosa und schwarzen Humor für sich und zog Kreise von Kieler Bühnen zum WDR-Poetry Slam, zu Sarah Kuttner, Titanic und Pardon, Buch und Hörbuch („Hätte ich Deutsch auf Lehramt studiert, wäre das nicht passiert“, 2010), einem Erzählband (2011) sowie diversen Preisen.

Der Autor und Performer (*1975 in Köln) leitet Workshops und Fortbildungen zum Thema Poetry Slam (u.a. Lehrergewerkschaft GEW, Deutscher akademischer Austauschdienst DAAD sowie Schulen und Jugendzentren). Damit nicht genug, gründete er 2002 mit Patrick Kruse die Agentur assemble ART, heute größter Spokenword- und Singer/Songwriter-Slam-Veranstalter im deutschsprachigen Raum. Dessen Grenzen Högsdal auch gern überschreitet: 2010 etwa zu Auftritten und Workshops in Nantes (F), Krakau (PL), Aarhus (DK), und 2011 als Kulturträger für das Goetheinstitut im türkischen Izmir.

Setlist

  1. Lebenslauflücke
  2. Vorsicht bei der Schönheitspflege
  3. Reisevorbereitungen
  4. Wachsamkeit unerwünscht
  5. Zielgruppenorientierung
  6. Lehrer incognita
  7. Widerstand
  8. Gewaltfreie Erziehung
  9. Die Geschichte von allem
  10. Mein Kiez
  11. Kornfeld

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Nico Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standfotos: Christoffer Greiß