Boy Omega

  1. Halos
  2. Let the dark light in
  3. Marching Ants
  4. Cannonballs
  5. Stilts
  6. Once

Boy Omega ist der Künstlername des schwedischen Komponisten, Sängers, Produzenten und Multiinstrumentalisten Martin Hasselgren. Erinnern die Studioalben des Göteborgers mitunter an Bands wie Sparklehorse oder The Cure, sind es vor allem Spuren der US-Indie-Song-Ikone Mark Eitzel, die man bei Hasselgrens Soloauftritten zu entdecken meint. Dass er die Stücke des aktuellen Albums „Night Vision“ (2012) in skelettierter Form – Gesang, Gitarre, gelegentliche Bassgitarre von Mikael Lundgren – noch langsamer und getragener spielen würde als sie es auf der Platte ohnehin schon sind, kündigte er beim wolkenkuckucksheim im Fahrradladen Sattelfest an, „... until everybody falls asleep.“

Dies geschah dann nicht, denn Hasselgren, der seit 2003 unter dem Namen Boy Omega Musik für 5 Alben, 4 EPs und ein paar Singles generiert hat, weiß seine Songs auch allein als Sänger und Gitarrist sicher und fesselnd zu interpretieren. Gerade die Melancholie, tragendes Moment der Boy-Omega-Musik, kommt noch deutlicher zum Tragen als zwischen den großen Gitarren, Synthesizern und  Mellotronen der Alben. Assoziative Textketten winden sich durch die weite Geste der Songs, edel, hingegeben, schwelgerisch, ohne sich im Leid zu suhlen.

„In den Liedern geht es um die Zerbrechlichkeit des Lebens und die Kraft der Liebe, um düstere Erinnerungen und Verdrängung, sich verloren zu fühlen und wie man versucht, da hin zu gelangen, wo man der sein kann, der man sein will“, erläutert Hasselgren, „mit den Tabletten aufzuhören, zu heiraten, Vater zu werden und einen Grund zum Leben zu finden.“

Raum & Zeit

  • Fahrradladen Sattelfest
  • Lübeck, 11. November 2012

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß