Einmannmusik

  1. This love
  2. Bring mich durch die Nacht
  3. Bnanenmilch
  4. Never say forever
  5. Hoyerswerda for life

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Nein, ein Straßenmusiker mit Trommel auf dem Rücken, Gitarre vor dem Bauch und Hupe unter dem Fuß ist Jörn-Peter Boll nicht. Dennoch beschreibt sein Künstlername einmannmusik, wie er im digitalen Studio arbeitet: Allein, an fast allen Instrumenten und so gut wie jeder Gesangsspur.

Ein wirklicher Einzelgänger ist der gebürtige Hamburger ('82) allerdings nicht. Eher ein Kommunikator mit diversen Eisen im Feuer. Auftritte in Clubs und Kneipen. Auf Music-Slam-Bühnen. Im alten Hamburger Elbtunnel, in S- und U-Bahn-Stationen und mit dem Hamburger Kneipenchor im Hafen. Einmal pro Monat lädt Boll zum Liedermacherlabor im Hörsaal auf der Reeperbahn, bei dem versierte Songleute aus der Elbestadt live Texte vertonen, die das Publikum mitbringt: Gedichte, Liebesbriefe, die Bravo, der Wetterbericht, whatever.

Wie die Musik den in Geesthacht (Elbe) aufgewachsenen Boll eigentlich erreichen konnte, ist ihm selbst nicht recht klar: „Keine Musikerfreunde, langweilige Musiklehrer, ein bisschen Unterricht [klassische Gitarre], aber eigentlich zu spät... Die Musik war wohl eher ein Fluchtpunkt aus der Kleinstadtödnis, denke ich.“

Unter solchem Einfluss und dem diverser Helden – Ben Folds, Thom Yorke (Radiohead), Lemmy Kilmister (Motorhead), Pasquale Paoli (korsischer Revolutionär, Humanist und Widerstandskämpfer, 1725–1807) – brachte der studierte Umweltwissenschaftler und hauptberufliche (Web-) Designer schließlich einmannmusik hervor. Weniger ein Alter Ego als die künstlerische Expansion eines norddeutschen Charakters, in dem sich, räumt Boll ein, u.a. eine zarte Seele, ein Romantiker und ein geltungssüchtiger Angeber, der stets das Gute will, verbergen.

einmannmusik erzählt Geschichten, lustig, bitter, verträumt, verspannt, über Rio, Sonne, Strand, Sex, zynisches Funkeln im Dunkeln, Darwin, Rock 'n' Roll, Liebe, Bananenmilch und macht sich „naheliegende Gedanken an ferne Sterne und den aufreibenden Kampf gegen das System“.

Raum & Zeit

  • Buchhandlung maKULaTUR
  • Lübeck, 20. Februar 2014

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß