Elin Furubotn & Karl Seglem

  1. Tankane har fargar
  2. Heilt nye Vei
  3. Slepp tvilen fri

Elin Furubotn ist Musikerin von Elternhaus aus. Aufgewachsen im kleinen norwegischen Bergdorf Tonstad, sang sie mit ihren zwei Schwestern seit frühester Kindheit. Hier lernte sie von ihrer Mutter das Gitarrespielen, als sie 10 war, und hier gründete sie ihre erste Band, in der sie Bass spielte und sang. Als 1999 ihr Debütalbum „Tikk Takk“ erschien, war Elin bereits 36 und stand im bürgerlichen  Berufsleben. Und obwohl das Album in Norwegen erfolgreich war, vergingen weitere 7 Jahre bis zum zweiten, „Villhund“.

Diese ausgesprochene Unaufgeregtheit und ein eher spürbares denn klar auszumachendes Natur-Moment, das sie wohl aus ihrer Kindheit in ihr Erwachsenenleben in Stavanger und Oslo herüber gerettet hat, sind charakteristisch für Elins Lieder. Folk im besten Sinne, unpuristisch, nicht rückwärtsgewandt, mit Einschlüssen aus Rock und Jazz und Texten, die scheinbar unbedeutende Alltagskleinigkeiten genau betrachten, die Gegenwart erkennen und Persönliches unaufdringlich preisgeben.

Auf ihrem fünften Album, „Heilt Nye Vei“ (2012), auf dem es erstmals auch englische Texte gibt, werden die anschmiegsamen, unverschmusten Melodien, die vertraut klingenden Akkordfolgen von Elins Gitarre und die dezente inszenierte, dabei mitunter überraschend kraftvolle Rhythmik (a.k.a. Groove) von namhaften norwegischen MusikerInnen wie Pianist David Walumrod, Flügelhornistin Gunhild Seim, Gitarrist Morten Molster und Saxofonist Karl Seglem subtil akzentuiert.

Mit Seglem, längst kein Unbekannter mehr im skandinavischen und internationalen Jazz, machte Elin im Rahmen ihrer Duo-Tournee im wolkenkuckucksheim halt. Der Tenorsaxofonist, bekannt für einen prägnanten eigenen Ton und die Faszination für exotisch-archaische Blasinstrumente – z.B. ein echtes Ziegenhorn -, ist ein echter Weltmusiker, der mit Musikern in unterschiedlichsten Ländern wie Bulgarien, Portugal und Pakistan gearbeitet hat. Er betreibt ein eigenes Jazz-Quartett, hat insgesamt 23 Alben veröffentlicht (Stand 2012) und zählt zu Norwegens erfolgreichsten Jazzmusikern. Mit Elin Furubotn bildet er ein kongeniales Duo, das aus unterschiedlichen Ansätzen und unübersehbarer Spiellust eine homogene, klanglich interessante und emotional unverstellte Musik entwickelt. 

Raum & Zeit

  • Ein Lübecker Altstadthausdachboden
  • Lübeck, 18. Oktober 2012

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß