Emily Manzo & Matt Freedman

  1. Frédéric Chopin - Prélude Nr. 1
  2. Frédéric Chopin - Prélude Nr. 2
  3. Frédéric Chopin - Prélude Nr. 6
  4. Frédéric Chopin - Prélude Nr. 7
  5. Frédéric Chopin - Prélude Nr. 8

Das New Yorker Stadtmagazin Village Voice nennt sie „a dynamite young pianist”, die New York Times lobt ihr außergewöhnliches Augenmerk auf Detail und Einfühlungsvermögen. Was durchaus zutreffend ist, einer Grenzgängerin wie Emily Manzo mit klassikfernen Vorlieben für Americana, Indie- und Industrial-Rock, balinesische Gamelan-Musik und Elektronik jedoch nur begrenzt gerecht werden kann.

Die New Yorkerin besitzt einen exzellenten Ruf als Interpretin von Cage, Ligeti und Anton Webern, dessen Gesamtwerk sie 2009 einspielte und veröffentlichte.  Mit dem Neue-Kammermusik-Ensemble Till By Turning hat die studierte Konzertpianistin (u.a. Oberlin Conservatory Of Music) Werke von jungen Zeitgenossen wie John Luther Adams, Susie Ibarra oder Elliott Sharp uraufgeführt und unterrichtet als Musiklehrerin Menschen jeglicher Herkunft und Generation: Ein Rentnerkollektiv, das sich gemeinsam einen Flügel angeschafft hat, einen hochbegabten 8-jährigen aus wohlhabendem Haus in  Manhattan oder Teenager-Mädels im Nonprofit-Sozialprojekt viBe in Brooklyn. Mit ihrer Partnerin Christy Edwards betreibt sie seit 2003 die experimentelle Folk-Band Christy & Emily und mit den Videokünstlern Paul Rowley und David Phillips ein Langzeit-Projekt über Klaviermusik der 1940er Jahre.

Zusammen mit dem befreundeten Maler und Zeichner Matt Freedman entstand  „Hey, Chopin!“, ein Programm über die Musik des Frédéric Chopin (1810-49), das sich – zunächst als rein pädagogisches Konzept gedacht – bald auch als Performance-tauglich erwies. Basierend auf Chopins berühmten „Préludes“ zeichnet Freedman eine Abfolge von Motiven, in denen die Liebesaffäre des polnisch-französischen Komponisten mit der französischen Schriftstellerin George Sand (1804-76) auf Mallorca u.a. erzählt wird. Die spontane Entstehung von Freedmans Zeichnungen wird als Film projeziert („live on DVD“), während Manzo die  Preludien dazu live und in Echtzeit spielt.

Musik, die Bilder untermalt, welche wiederum die Musik illustrieren. Eine in sich schlüssige Multi-Media-Performance im Kammermusikformat, die Chopins 200 Jahre alter Musik jegliche potenzielle Angestaubtheit nimmt.

Raum & Zeit

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß