Frank Klötgen

  1. Das Kleid für Frau Eleanor
  2. Mein erstes Mahl mit Carmen (Eine Sinfonie des Kauens)
  3. Das verschissene Grün dieser Wiese, Luise (Die Niederkunft der Mücken)

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Er hat obere und oberste Plätze belegt, u.a. beim ARTE-Webslam, beim Polit-Slam der Süddeutschen Zeitung, dem National Slam 2009, den deutschen Box-Slam-Meisterschaften 2011 und dem Kurzfilmslam Oberhausen 2011. Dass der Dichter und Musiker Frank Klötgen als ehemaliger deutscher Skateboard-Vizemeister auch DJ ist, versteht sich da fast von selbst.

1968 in Essen geboren, Slam-Poet, Netz-Literat, Dichter, Romancier, seit 1987 Sänger und Texter der Indie-Folk/Wave-Band ...

... Marilyn's Army, treibt es Klötgen in Tradition und Moderne gleichermaßen um. Seine Prosa und Lyrik verfügen über ein belebend unberechenbares ironisches Moment, dessen man sich immer gewiss sein kann auch, wenn man es im Augenblick seiner Verpuffung nicht gewahr wurde. Mit physischer Nonchalance zieht Klötgen per klassischem Versmaß und ausgesucht anachronistischem Vokabular den Problematiken des postmodernen Hedonismus trefflich die Hosen runter. Der Berliner Tagesspiegel bescheinigte ihm „die Lust, auf deutschem Lyrikerbe herumzutrampeln“, während die Mittelbayerische Zeitung sein „irisierendes, flimmerndes Sprachgebilde“ in die unmittelbare Nähe des „alten Mörike“ rückt. Right on.

Ein Leben mit bürgerlichen Absichten liegt vor all dem und hinter Klötgen: Der abgeschlossene Kommunikationswissenschaftler arbeitete im Anschluss ans Studium 10 Jahre lang als Webmaster für Universal Music und ist seither praktisch ohne Stillstand auf „never ending tour“. Wie Bob Dylan, auch Dichter und Musiker.

Bereits 1998 für die Hyperfiction „Aaleskorte der Ölig“ von der Zeit mit dem Pegasus-Preis für Internet-Literatur ausgezeichnet, veröffentlichte Frank Klötgen 2004 mit „Spätwinterhitze“ den ersten deutschsprachigen Hyperfiction-Roman auf CD-ROM. (Hyperfiction: Form der fiktionalen Erzählung/Dichtung, die vermittels Hypertextstruktur geschrieben wird; nichtlineare, netzartig verwobene elektronische Texte, die erst durch Rezeption und Intervention eines Lesers ihre Form erhalten.)

2005 hatte sein Online-Musical "Endlose Liebe/Endless Love" Premiere, seit 2007 ist er „Stadtkind“-Blogger auf tagesspiegel.de und Kolumnist für diverse Magazine, Anthologien und Zeitschriften. 2010 fiel ihm sein Romandebüt „Der Fall Schelling“ ein, 2011 wurde er Stadtschreiber von Innsbruck. Im gleichen Jahr erschien der zweite Band mit ausgewählten Texten als Buch und/oder CD („Will Kacheln" resp. „Mehr Kacheln“).

Ein Ende ist kaum abzusehen. Wann auch. Der Mann hat einfach zu viel zu tun.

Raum & Zeit

  • Buchhandlung maKULaTUR
  • Lübeck, 25. März 2013

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß