Gaby Moreno

  1. Daydream by Design
  2. Mess a good thing
  3. Valle des Magnolias

1981 in Guatemala City/Guatemala geboren, schien sich Gaby Moreno schon früh für ein Leben als Musikerin entschieden zu haben. Mit 2 Jahren sang sie auf Familienfesten, begann als 5-Jährige mit Gesangsstunden und heimste ihren ersten Bühnenapplaus mit 10 ein. Sie zeigte zunächst Interesse am Saxofon; die Gitarre kam später und blieb.

Beeinflusst von Louis Armstrong, Nina Simone und Ella Fitzgerald, finden sich Elemente aus den 30er und 40er Jahren in Morenos mehrschichtigen Liedern, Rock, Bossa Nova und Karibisches wie auch Einflüsse ihres Heimatlandes. Soul-Folk mit Blues-Referenzen und sophisticated Pop-Flair, gesanglich einer Norah Jones oder Katie Melua nicht fern, mit einem Hauch Rickie Lee Jones und mitunter deutlich mehr Kraft, Druck und Dynamik, als man in einer so zierlichen Person vermuten würde.

Mit 13 in New York City traf Gaby erstmals den Blues. Und infizierte sie. Koko Taylor, Robert Johnson, Huddie Ledbetter – Gaby zog sich alles rein, fand zu Jazz, Soul, den Beatles, Kinks und Harry Nilsson. Als 17-Jährige ging sie wegen eines Plattenvertrags nach Los Angeles (wo sie heute noch lebt), aus dem dann kurzfristig doch nichts wurde. Relativ unverdrossen nahm sie ihr Studium am Music Institue (MI) in Hollywood auf. Sie arbeitete in Musicalproduktionen wie „Hair“ und „The Return“, als Songschreiberin für den Musikverlag Famous Music und wurde 2006 in der Kategorie Latin beim renommierten John Lennon Songwriting Contest für ihren Song „Escondidos“ ausgezeichnet. Das half. Kolleginnen wie Tracy Chapman und Ani DiFranco luden sie als Support auf Tour ein, ihr Debütalbum erschien.

2010 wurde Morenos Jahr. Ihre Version des Charlie-Chaplin-Songs „Smile“ wurde im Soundtrack des oscarprämierten Dokumentarfilms „Die Bucht“ veröffentlicht, sie trat vor 17.000 Leuten beim Roskilde-Festival mit dem Youth Radio Symphony of Denmark unter der Leitung des legendären Van Dyke Parks auf, Konzerte in den USA, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden folgten. Nachdem ihr zweites, selbstproduziertes Album “Illustrated Songs” ohne Plattenfirma auf Platz 1 der Verkaufscharts von Latin Itunes and Amazon Latin schoss, folgte bereits 2012 eine Tour durch mehr als 20 Länder.

Bei der 50-Jahr-Feier von Amnesty International im irischen Dublin sang sie “Toast to Freedom” mit Angelique Kidjo und Bob Marleys “Get Up, Stand Up” mit Kidjo, Bono, Bob Geldof und Damien Rice. Danach eine erneute Zusammenarbeit mit Van Dyke Parks im Londoner Barbican Theatre, an dem zusätzlich Daniel Rossen (Grizzly Bear) und Robin Pecknold (Fleet Foxes) mitwirkten. Großen Sache, das.

Ein Ende des intensiv geführten Künstlerlebens der Gaby Moreno ist derzeit nicht abzusehen.

Raum & Zeit

  • Kulturbuchladen MaKULaTUR
  • Lübeck, 16. April 2013

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß