Guido Goh

  1. Today
  2. Peter John
  3. Beautiful Bird
  4. My Rainbow

Eine Affinität zur indischen und indisch beeinflussten Musik der späten 60er Jahre hat sich Guido Goh schon in den Namen seines ersten Bandprojekts geschrieben: Die Indian Tea Company (zuerst: South Indian Tea Company), gegründet 1998, spielt eine sehr tanzbare Mixtur aus World Music, Club Music, Blues, versprengten Rockstücken und etwas Hippie-Atmo, getragen von schwelgerisch-dunklem Trip-Hop-Timbre und Gohs außerordentlich kraftvoller Gesangsstimme. Die Band machte u.a. mit einer Coverversion des Rolling-Stones-Klassikers „Paint It Black“ international auf sich aufmerksam.

Seine „tief sitzenden Liebe zur Musik an sich“, die „eine große, bedingungslose Leidenschaft“ entfachte, begann aber schon mit 7 Jahren, als er von der Schule aus an die Städtische Jugendmusik empfohlen wurde. Erste Erfolge als Teenager mit seiner Schülerband festigten die Bindung, an der auch ein abgeschlossenes Studium zum Flugzeugbau-Ingenieur nichts mehr zu rütteln hatte. Seit 2008 ist Guido Goh solo als Singer/Songwriter am Klavier unterwegs, sowie mit dem Alleinstellungsmerkmal Sisa, einem speziell für Goh modifizierten indischen Saiteninstrument.

Heute arbeitet Guido Goh meistens allein, greift bei Studioproduktionen und ausgewählten Konzerten aber auch gern auf Begleitmusiker wie den irischen Drummer Wayne Sheehy (u.a. Ron Wood) oder Kontrabassist Andre Schulz zurück. Mehr denn je im Mittelpunkt seiner lyrischen, reflektiven Songs steht seine raumfüllende Stimme, die problemlos auch neben einer Größe wie der legendären deutschen Blues-, Rock- und Gospelsängerin Inga Rumpf (Frumpy, Atlantis) bestehen kann, wie ein Konzert in der Hamburger Auferstehungskirche im September 2012 bewies.

„Für mich ist Musik machen wie eine Religion, eine Mission und Überlebensstrategie für's Leben“, erklärt Goh sich. „Zwar müssen die Dinge auch finanziell funktionieren, aber das Geld steht nicht über die reine Notwendigkeit hinaus im Fokus meines musikalischen Schaffens. Musik ist für mich das Tor zu etwas wie Gott, Verbindung zu mir selbst und allem außerhalb meiner selbst. Könnte ich keine Musik mehr hören oder schaffen, müsste ich wahrscheinlich sterben.“

Raum & Zeit

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß