Heidi Marie Vestrheim

  1. Blind
  2. Searching Bars
  3. Things
  4. Father
  5. Too straight to be a folksinger

„Was ich als Künstlerin am besten finde, wenn ich auf Tour bin“, sagt Heidi Marie Vestrheim, „ist das Gefühl, mit meinen Fans im selben Raum zu sein und mit meiner Musik Geschichten zu erzählen.“ Die Fans ihrerseits genießen das nicht minder. Flankiert von Gelegenheits-Co-Schreiber Roy Ole Førland (Bass, Percussion, Keyboards) und Gunhild Mathea Olaussen (Geige, Akkordeon, Autoharp) versteht es die Folksängerin, ihr Publikum zwischen Bluegrass, urbanem Songschreibing, Rockresten und unaufdringlicher Herzlichkeit auf der Stelle für sich einzunehmen.

Zuerst bekannt wurde Vestrheim mit der Electronic-Funk-Band Atakama, die sich nach zwei Jahren, zahllosen Auftritten und einem Album (2000) trennte und die Osloerin in ihre Songschreiber-Bestimmung entließ. Bis 2012 veröffentlichte sie 3 Alben und eine EP auf ihrem eigenen Label BlueBox Records, trat in London, Reykjavik und verschiedenen deutschen Städten auf und schaffte es 2007 sogar bis nach China. Sie hat für das norwegische Nationaltheater und unabhängige Theaterprojekte gearbeitet und war 2 Jahre lang Moderatorin beim norwegischen TV-Kindersender NRK Super.

Heidi Marie schreibt Songs, seit sie 17 war. In ihren meist persönlichen Texten betrachtet sie den Alltag und scheinbar Banales eingehend und legt mitunter überraschende Einsichten frei, schickt ihrem verstorbenen Vater ein Lied hinterher oder erzählt von sinnloser Sinnsuche im Kneipenleben. Dass sie „Too Straight To Be A Folksinger“ sei, singt die Folksängerin, und ihren zahllosen Songschreiber-HeldInnen – PJ Harvey, Ani Difranco, Gillian Welch, Björk, Joni Mitchell, Nick Drake, Blondie, Billie Holiday, Johnny Cash u.a. – in puncto verwegener Lebensführung nicht gewachsen. Der authentischen Qualität ihrer Lieder schient dies aber nichts anzuhaben.

Raum & Zeit

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß