Ian Fisher & The Present

  1. Change Of Heart
  2. Invisible Cities
  3. Rotted On The Vine
  4. Rambling Man (Hank Williams)
  5. Regret

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“There wasn’t much to do but pick up a guitar and write a song.” Sagt der Folkmusiker und also Songmann Ian Fisher und beschreibt damit seine Herkunft wie auch den – scheinbar – lapidaren Grund seines Musikantentums. Als wär's ein Stück amerikanisches Independent-Kino.

1987 geboren und aufgewachsen in St. Genevieve, einem 4000-Seelen-Kaff unweit des Mississippi im US-Bundesstaat Missouri, verbringt Ian die meiste Zeit auf der Farm seines Großvaters und in der örtlichen Eisdiele. Ians Vater spielt Bass, bringt seinem Sohn das Instrument via „Smoke On The Water“ nahe, aber der hat anderes im Sinn als hart zu rocken.

Ian bringt sich das Gitarrespielen bei, lernt Tabulaturen und spielt stundenlang zu seinen Platten. Erste eigene Songs erweisen sich textlich schnell als Fantasiegespinste, die Leben und Horizont nur vorgeben können: Es fehlt an Erfahrung. Fisher verlässt seine Heimat Richtung St. Louis, um schließlich, 8000 km später, in Wien anzukommen, kurzerhand. Dort, frei und fern der Heimat, in der altehrwürdigen österreichischen Hauptstadt, findet Ian Fisher seine Kunst, und endlich fließt Wahrhaftiges in die Lieder ihres Machers, „... wie die Donau selbst“ (Fisher). Stücker 1000 sollen es mittlerweile sein (Stand 2013) und unzählige Konzerte, die Fisher – inzwischen Wahlberliner – nach diversen Projektnamen heute als Ian Fisher & The Present mit Langzeitpartner Ryan Thomas Carpenter (*1988, Gitarre und Gesang) und dem deutschen Pedal-Steel-Gitarristen Ollie Samland (*1978) spielt.

„Ich interessiere mich für Feinheiten“, konstatiert er. „Ich interessiere mich für Gitarristen, die das Instrument benutzen, um damit den Song zu tragen statt sich auf ihn drauf zu setzen. Ich bin stark beeinflusst von Woody Guthries klarem Stil. Er konnte einen ganzen Song mit nur einem Akkord auf einer kaputten, verstimmten Akustikgitarre spielen und damit die Welt verändern. Ich mag auch, wie Gillian Welch ihre Begleitungen spielt. Als würde sie mit den Saiten singen.“

Außer der musikalischen Verwurzelung im desillusionierten US-Mittelwesten, Fishers Heimat, lässt sich seine Musik kaum festschreiben. Bluegrass, Blues, Dylan, Guthrie, Hank Williams, Ramblin' Jack Elliott, die Musik der Appalachen, franko-Kanadisches und keltische Urprünge sind spürbar. Fisher: „Alles, was ich jemals gehört habe, bewusst oder unbewusst, hat meine Musik beeinflusst.“ Gerade diese Haltung ist es, die Fishers unpuristischen, unverschulten Songs ihren authentischen Charakter verleiht und den kleinen Mann mit der großen Stimme zum Ausnahmetalent macht. In his own words: „Was ich spiele ist das, was ich fühle.“

Raum & Zeit

  • Buchhandlung Makulatur
  • Lübeck, 3. Juni 2013

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Tilo Strauss