Lukas Rauchstein

  1. Leuchttürme
  2. Popmusik
  3. Alexandra
  4. Schisser-Song
  5. Roswitha
  6. Männerphantasie

Wenn Lukas Rauchstein eine Bühne betritt, wird er zum neuen Hans Albers. Finden manche. Was nicht ganz unrichtig ist, aber auch mit dem Akkordeon zu tun hat, dass Rauchstein spielt, wenn er nicht am Klavier sitzt. Die Lieder des Rostockers schmecken bekannt und doch speziell, wie Erdbeeren mit Pfeffer und Brackwasser, handeln von Armut und Ausgrenzung, vom Leben als Leuchtturm, einer Betriebsfachwirtin aus Mülheim und selbstverständlich vom Trinken. Jung, dynamisch und unzweifelhaft charmant, hatte der Mann mit der kräftigen Stimme das Publikum beim wolkenkuckucksheim-Auftritt schon vor dem ersten gesungenen Wort in der Tasche. Rauchstein gibt sich launig und „volksnah“ im besten Sinne und spielt nostalgiefrei mit Traditionen und Klischees. Diese Hans-Albers-Version hat einen kräftigen Schluck Tom Waits intus.

Eigene Songs schreibt Lukas, seit er 13 war und sich die Popmusik durch Nachspielen von Songs aus dem Radio erschloss. Den Musikunterricht absolvierte er vor allem seinem Vater zuliebe ("Junge, du musst etwas können, was andere nicht können!"), beflissen, aber nicht leidenschaftlich. Das änderte sich in der 4. Klasse, als Lukas zur Einweihung der neuen Aula einen Ragtime spielen sollte und Klassenschwarm Maren mit glänzenden Augen anbot, ihm die Noten zu halten. „Seit diesem Tag sitze ich freiwillig am Klavier, habe unendlich viele Neider und noch ein Dutzend mehr Groupies“, meint Rauchstein und widmet Damen wie „Roswitha", „Suse", „Marie" und „Nancy" ein paar seiner Lieder. Es folgten Gruppen-, Orchester-, Banderfahrungen, ein Job als Barpianist zu Abiturzeiten und seither freiberufliches Songwriting.

Ob es - wie der Mann behauptet - tatsächlich der Einfluss von Torfrock, Westernhagen und der Hansa-Rostock-Hymne ist, der ihn zur „letzten deutschen Popstarhoffnung“ (Selbsteinschätzung) macht, darf bezweifelt, aber nicht ausgeschlossen werden.

Raum & Zeit

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt/Licht: Patrick Schwedler
  • Kamera: Nico Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli