Matyas Wolter & Yatziv Caspi

  1. Surbahar: Raga Bhimpalasi - alap and sooltal (10 beat cycle)
  2. Tabla Solo in Jhaptal (10 beat cycle)
  3. Sitar: Raga Handsadhwani - Teental

Titel anklicken, um zum Lied zu springen

Matyas Wolter spielt auch beim Pulsar Trio, die bei uns zu Gast waren.

Wer als normal sterblicher, aber leidenschaftlicher Musikhörer eines Tages auf die Sitar gestoßen ist, ein klassisches indisches Instrument, von dessen scheinbar unendlich vielen Saiten nur die mittlere zur Tonhöhenveränderung und der Rest zur Resonanzerzeugung benutzt wird, der hat das in der Regel früher britischer Popmusik zu verdanken. Die Beatles...

...etwa („Norwegian Wood“, „Within You Without You“) bedienten sich des metallisch sirrenden Klangs und machte indische Sitar-Größen wie Ravi Shankar bekannt. Anders als die westliche Musik mit ihren maximal 12 Tonschritten pro Oktave verfügt sie über 22 Mikrotöne, sogenannte Shrutis, und legt weniger Wert auf Polyphonie und Akkorde als auf den einzelnen Ton und sein Intervall zum Grundton. Viel Platz also.

Matyas Wolter entdeckte die indische Klassik und Sitar als Student der Musikwissenschaft an der Technischen Universität Berlin. Dem Multi-Instrumentalisten gefielen Intensität und subtile emotionale Ausdruckskraft des Instruments, und 2010 absolvierte er ein 5-Jahres-Diplom in Sitar-/Instrumentalmusik im indischen Kalkutta.

Die melodische Grundlage der klassischen indischen Musik ist der Raga, eine hochkomplexe „Klangpersönlichkeit“, die vermittels feststehender Tonskala vorschreibt, welche Töne zu welchem Musikstück passen, melodisch Anfang und Ende und den emotionalen Ausdrucksgehalt der jeweiligen Raga bestimmen.

Neben diesem Schwerpunkt arbeitet Matyas Wolter gern Genre-übergreifend. Mit dem arrivierten Pulsar Trio (www.wolkenkuckucksheim.tv/pulsar-trio.html) gewann er nach Auftritten beim legendären Glastonbury Festival und im Nehru Center London (beide GB) 2014 den renommierten Creole Global Music Contest. Als Gast- und Studiomusiker spielte Wolter u.a. mit Dotschy Reinhardt, Markee und Walter Moers.

Nicht weniger umtriebig ist Tabla-Spieler Yatziv Caspi, aktiv als Perkussionslehrer zwischen Drumset und Handperkussion an Schulen und privat. Wer sein Schüler ist, kann von konzeptionellem Glück sprechen, denn Caspi (*1979, Israel) feinjustiert seine genau ausgearbeiteten Konzepte noch individuell auf das jeweils zu unterrichtende Individuum.

Er selbst wurde bereits im Alter von 6 Jahren Trommelschüler und studierte 15 Jahre lang Musik und Perkussion. Kontakt zur Tabla bekam er im Alter von 17, lernte das unscheinbare Instrument und studierte indische Klassik 6 Jahre lang. Heutzutage gilt Caspi als qualitativ verblüffend konsequenter, unabhängiger Drummer, gleichgültig, in welchem stilistischen Rahmen er sich gerade bewegt: GypsySwing-/Klezmer-/Drum&Bass-Crossover mit der Formation Django Lassi, Modern Jazz im Trio des Pianisten Falk Bonitz, High-Tech-World-Prog mit Soundwitch Project, sophisticated Prog-Pop bei Residents Of The Future, Ahvak, Reflections, Larry Porter, Hot Fur, Namgar, Analog Birds, Xell, Tom “Fountainhead” Geldschläger u.v.a.. Nicht zuletzt im Duo mit Matyas Wolter ein wesentliches Substrat.

Raum & Zeit

  • Buchhandlung maKULaTUR
  • Lübeck, 9. Oktober 2014

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß