Milla Kay

  1. Mashup
  2. Seven Nation Army
  3. Like An Arrow
  4. Dear Sun

Ein leicht überraschtes Raunen zog durchs Wolkenkuckucksheim, als Milla Kay und Gitarrist Hauke Kliem das wohlbekannte Riff des White-Stripes-Krachers „Seven Nation Army“ anstimmten – in einer Version für Ukulele und Jazz-Gitarre (und Live-Sampling gegen Ende), die so selbstverständlich klang, als hätte es nie eine andere gegeben. Elegant, charmant, irgendwie „draußen“, tendenziell heiter mit ein paar dunklen Flecken, leichtem Swing-Feel und definitiv nicht laut.

So sind auch Millas eigene Songs - leichthändige erwachsene Popsongs, bei Weitem nicht so simpel wie sie eingängig sind. Kay und Kliem verstehen es virtuos, komplexe Harmonien, Melodien, Akzente und Texte genau aufeinander abzustimmen, ohne dass es je gekünstelt oder aufgetakelt wirkt. Im Gegenteil: Understatement, Baby. Hier wird man von genuiner Musikalität angeweht.

Seit der 4. Schulklasse macht Milla Kay Musik, zunächst in der Schule in Musicals, dem Gospelchor und der Bigband (Bassgitarre), um mit 15 die erste eigene Band zu gründen. Erste eigene Songs entstehen wenig später, beeinflusst durch „ […] die erste »richtige« Band, in der ich mit 16, 17 gesungen habe - die Mitmusiker waren alle eher doppelt so alt wie ich und haben Jazz-Fusion gemacht“, erzählt die gebürtige Kielerin (1973), die Phoenix, Feist oder Niels Frevert nicht weniger schätzt als Nina Simone und Rickie Lee Jones.

Vergleiche mit Madeleine Peyroux, Latin-Jazz/Bossa-Ikone Astrud Gilberto oder Holly Cole, die seit Erscheinen ihres Debütalbums (“Out of Place”, 2007) die Runde machen, muss die Wahlhamburgerin nicht fürchten: An eigenem künstlerischem Profil mangelt es Milla Kay nicht. Weder auf der JazzBaltica 2008 noch im wolkenkuckucksheim.

Milla Kays zweites Album, „Heartmade“, ist 2012 erschienen.

Raum & Zeit

  • Kulturbuchladen MaKULaTUR
  • Lübeck, 15. März 2012

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Nico Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standfotos: Christoffer Greiß