Mona Harry

  1. Stadtmenschen
  2. 42
  3. Zwischentöne

Mona Harry, geboren 1991 in Hamburg als Tochter eines Glasapperatebauers und seiner Frau, gehört zur Generation Youtube. Insofern jedenfalls, als dass auf jener Internetplattform ihr erster Kontakt zur Poetry-Slam-Kultur statt fand. „Ich war dann relativ begeistert“, erzählt sie. Und relativ schnell, im Sommer 2011, gleich nach dem Abi, schrieb sie ihre ersten eigenen Texte und brachte sie im darauf folgenden Oktober auf die Bühne.

„Es ist ein großartiges Gefühl, auf der Bühne zu stehen“, kommentiert Harry ihre Leidenschaft für ihre Spielart, „es macht süchtig. Es ist cool, Feedback vom Publikum zu bekommen. Ich schreibe sehr gern. Wenn ich mit einem Text angefangen habe, kann ich ihn nicht mehr aus der Hand legen, bis er fertig ist. Und richtig fertig ist er eigentlich immer erst, wenn er auf der Bühne war. Außerdem hilft mir das Schreiben manchmal beim Denken bzw. dabei, Gedanken zu konkretisieren.“

Mona sagt sehr genau, wovon sie denkt, dreht die Dinge im Textfluss zu allen Seiten, zeigt Missdinge und Unstände und dort hin, wo sie einen Haken erkennt. Ohne jede Scheu vor Moral und Botschaft, vermeidet sie Moralinsaures ebenso wie suggestive Rhetorik, Coolness-Posen und auf Effekt gebürstete Slam-Stereotypen. Harrys Texte bauen nicht auf die durchschlagende Schlusspointe; ihre Betrachtungen zwischen Lifestyle und seriösem privaten Kummer scheinen gleichsam durch ihre Themen zu wandern. Bedauern, Lachen, Schnittmengen. Inhalt, Baby. Alltag ist/nicht, Kreise schließen sich scheinbar von selbst. Mona Harry hat was zu sagen, und sie tut es auch.

Raum & Zeit

  • Kulturbuchladen MaKULaTUR
  • Lübeck, 18. Februar 2013

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß