Norddeutsche Rabauken

(Mama Lauta & Sonnenallee)

  1. Mama Lauta: Ananas
  2. Mama Lauta: Carlo Kater
  3. Sonnenallee: Aufgehende Sonne
  4. Sonnenallee: Du bist mein Tag
  5. Mama Lauta & Sonnenallee: Gummibären-Song

Sich einen Überblick über das Personal des Lübecker Musikperformancekollektivs Norddeutsche Rabauken zu verschaffen, ist nicht eben einfach. Diverse Formationen mit mehr Namen als Mitgliedern gibt es in diesem vielförmigen Kreuzüber-Unternehmen zwischen Hip Hop, Klampfe und Sozialcomedy – und alle sind sie unecht. Tricknamen mit doppelt gutem Klang, die sich die Synapsen auf der Zunge zergehen lassen würden.

Der latent aggressive Vollzeitarbeitslose Klaus Taler etwa, Devise: "Hartz 4 immer!" Bruce Thaar, schmuddeliger Bauarbeiter mit Sicherheitsweste, IQ 137 und Eigenleben im Kopf, sowie Kai Pirinha, professionelle Hochnase ohne Verständnis für Armut oder Vergnügen, für den körperliche Arbeit beim Ausschreiben eines Schecks beginnt und endet. Sie bilden das Trio Mama Lauta. Gegründet im Pyjamadreieck ex-DDR/Marokko/Bernsteinzimmer, weilt man seit den mittleren Achtzigern in Lübeck und hat sich 2009 zusammengetan, „um den Menschen einen praktischen Staubsauger für Vorurteile, verschnitten mit Fremdschäm- und Zappelfaktor, zu verkaufen.“ Vorbilder sind Käsekuchen, Peter Pan, Ziel und Motivation einfach: „Wir möchten nur die Welt positiver machen.“ Yo.

Weltfrieden, Selbstverwirklichung, gute, fröhliche Musik geben, Idole von Gustav Mahler bis Udo Lindenberg, „unbedingt mal auf's Bravo-Cover“ und „weil wir alle etwas können, das der andere will, und was wollen, das der andere kann, aber eigentlich nichts können wollen“: Alles Dinge, die Welt und Arbeit von Sonnenallee zusammen halten. Gegründet 2012, verbreiten Julian Lazina (Rap, Songwriting, Gesang), Lena Riedel (Gesang), Fred Voigtländer (Gitarre, Background-Gesang) und Dustin Beth (Drums, Percussion, Keyboards, Background-Gesang) ihren shit gern in gemäßigt schlurfenden Hip-Hop-Beats und hübschen Harmonien. Hier fürchtet man weder Liebe noch allgemeine Belustigung. Oder dass die Ananas platzen könnte...

Raum & Zeit

  • Ein lübecker Altstadtdachboden
  • Lübeck, 18. Oktober 2012

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß