Oskar

  1. Kopf über Herz
  2. Kein Grund
  3. Leiser
  4. Heimlich

Manchmal laut, oft leise, immer kraftvoll und meist melancholisch gelingt dem Hamburger Trio Oskar anspruchsvolle Popmusik, die zu wahr ist, um bloß schön zu sein. Sie ist es nichtsdestoweniger.

Schöne Melodien, klar und selbstverständlich feminin intoniert von Nina Müller (Gesang, Keyboards), eingebettet in fantasievolle, interessante Arrangements, lassen alles Profilneurotische angenehm vermissen und verdanken sich eher dem Hang zum Wesentlichen – den Songs selbst. Die Räume, die sich in dieser Musik bilden, lässt die deutschen Texte runder von der Zunge gehen als es die  Kantigkeit dieser unserer Sprache im Regelfall zulässt. Drummer Max Schneider spielt ausgefeilte polyrhythmische Muster, die zuweilen an den Engländer Steve Jansen (Japan, David Sylvian) erinnern, Bassist Patrick Kunisch lässt melodische, pochende Akzente einfließen. Ein unbestimmtes, aber deutliches Postrock-Moment schwingt mit, lässt experimentelle Schlieren rein und hält die Sache da kurz über dem Boden, wo das Schöne ins Süßliche zu rutschen droht.

Mit unaufdringlichen, kontra-kitschigen Metaphern wird eine Generation auf der Suche an- und besungen, die ihr Recht auf Glück und Liebe kennt und trotzdem gern drüber nachdenkt, was sie dafür (nicht) zu tun bereit ist. Oskars Musik ist guter Dinge, denn sie darf sagen, was sie will.

Raum & Zeit

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß