Game Ove & die Spielfiguren

  1. Sei kein Frosch
  2. Ich heiße Oskar
  3. Der treue Begleiter
  4. Scherben bringen gar nichts

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1989 in Flensburg als Sohn einer Lehrerin und eines hauptberuflichen Vaters mit Fernsehtechnikerausbildung geboren, entdeckte der 5-jährige Ove Thomsen die Musik beim Versteckenspielen: „Ich war nackt und hab sie dann einfach angezogen.“ Raus ging es aber erst 12 Jahre später, als Support für eine Schulband: „Die Leute fanden es wohl nicht ganz so schlimm. Das fand ich wiederum ganz gut. Also habe ich beschlossen ...

... öfter auf der Bühne stehen zu wollen.“

Was er zunächst als Schlagzeuger tat, aber: „Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich die Songs, die wir gespielt haben, gar nicht begriffen habe. Wenn die anderen Bandmitglieder rauchen gegangen sind, habe ich mir deren Gitarren geschnappt und ein bisschen rumgeklampft und rumprobiert. Es ging immer besser und meine Texte und Melodien hatten irgendwann ein Harmoniekleid, in das ich sie stopfen konnte. Das war dann irgendwie der Anfang.“

Unter dem Geist von Wilco-Leader Jeff Tweedy (Thomsen: „Er muss damals 39 Jahre alt gewesen sein“), angefixt von Sängertextern wie Sven Regener (Element Of Crime), überzeugt von Gisbert zu Knyphausen („Er hat es in meinen Augen geschafft, Musik mit Leidwesen als Wurzel in deutscher Popmusik zu etablieren“) und Helge Schneider („für seine Vielseitigkeit als Musiker“) trat Thomsen nun solo als Game Ove auf oder stellte sich vor Bands: Torpus & The Art Directors, Wischmöpp, Astraliebe oder Ove Wenn & Aber, schließlich Ove & die Spielfiguren (Helge Schulz – git / Frederik Kelm – dr / Sönke Torpus – mand, akk, pedal steel, tb / Hajo Cirksena – b).

Leicht durchwirkt von Pop, ist die folkige Liedermacherei des Wahlhamburgers eher nordamerikanisch geprägt als (kontinental-)europäisch. Sein charmanter, gefühlvoller Gesang kann ein angenehm ambivalentes „komm-rein-was-willste-trinken“-Gefühl im Zuhörer auslösen. Herr Thomsen singt mit Understatement, nordtrockenem Humor und Neologismen von den nur scheinbar banalen Dinge des Lebens – Freundschaft, Liebe, Mut, Verlorensein, Dazugehören, Irritation, die Liebe und den Suff – und stößt stets auf das Besondere im Alltag.

Raum & Zeit

  • Buchhandlung maKULaTUR
  • Lübeck, 4. November 2013

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß