Pollens

  1. Helping Hands
  2. Motion King
  3. Snakes Goes Growing / Splinters & Pointheads
  4. Your Teeth Is Honeycomb

Nach der Aufzeichnung des Pollens-Auftritts für wolkenkuckucksheim.tv äußerte ein Zuschauer gegenüber dem Keyboarder, er wäre zwar nicht sicher, ob die Welt diese Musik verdient hätte, dass sie sie aber auf jeden Fall brauchen würde. Überschwänglich, aber wahr: Pollens-Musik zu hören bedeutet reine Freude.

Wie einzigartig, anspruchsvoll und fundamental innovativ ihr Popmusik-Hybride ist, ist dabei kaum spürbar. Ihre Musik öffnet sich zwischen Etiketten und anderen Begrenztheiten, weht herein und lässt bitten. Ohne Umschweife. Der hohe musikalische Standard des Sextetts wird nie als Spezialistentum herumgezeigt.

2008 von Hanna Benn und Jeff Aaron Bryant am Cornish College of Arts in Seattle als Duo gegründet, sind Pollens zum Zeiptunkt der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Brighten & Break“ (2012) zweifellos eine der ungewöhnlichsten Bands in Hörweite. Benn, Bryant, Adam Kozie, Kelly Wyse, Whitney Lyman und Lena Simon, ausnahmslos studierte MusikerInnen, brechen mit gängigen Strukturen, beugen Ordnungen, zerdehnen das Schematische, unterwandern mit heiterer Geste westliche Hörgewohnheiten und mögen Strawinski.

Ihre präzisen, mitunter fünfstimmigen Gesangssätze wirken leicht ätherisch, sind dabei immer auch rhythmisch treibendes Element. Amerikanische Einflussgrößen wie The Mamas & The Papas, die legendären Roches oder die Altmeister Crosby Stills Nash & Young treffen auf marokkanische, kongolesische und javanesische Traditionen. Die Instrumente spielen definitiv die Nebenrolle, sind nichtsdestoweniger sorgfältig ausgetüftelt und verbinden die repetitiven Gesanglinien scheinbar mühelos mit Drone-Sounds, Polyrhythmen, Folk, Indie-, Prog- und Krautrock.

Pollens selbst über sich: „Pollens... Is ensemble singing. Is density and drone. Is modal and polyrhythmic. Is influenced by African trance and contemporary choral music.”

Raum & Zeit

  • Fahrradladen Sattelfest
  • Lübeck, 4. Dezember 2012

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß