Pulsar Trio

  1. Pushkeen
  2. Seven4Sven
  3. Boogie Mule
  4. Leo Lullabü

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Ein Pulsar, dass weiß nicht nur der Star Trek-Fan, ist ein schnell rotierender Neutronenstern, der beständig Form und Farbe ändert. Eine Band, die sich diesen Begriff zum Namen nimmt, sollte sich einigermaßen sicher sein, ihm mit einer entsprechend wendigen, schillernden Musik gerecht werden zu können, um nicht unfreiwilliger Belustigung anheim zu fallen.

Das Pulsar Trio bewältigt dies mit Leichtigkeit. „World Jazz Pop Punk“ nennt die Potsdamer Combo seine Instrumentalmusik, die allerdings mit scheppernden Gitarren und knalligen Drums nichts gemein hat, trotz des Punk-Begriffs. Im Mittelpunkt des hochdifferenzierten, ungewöhnlichen Bandsounds steht die indische Langhalslaute Sitar, die in den späten sechziger Jahren vor allem durch Ravi Shankar in der westlichen Welt bekannt wurde und beim Pulsar Trio von Matyas Wolter bedient wird. Der Experimentalmusiker ist in der nordindischen Kunstmusik zu Hause und hat sein Instrument beim Meister Subroto Roy Chowdhury in Indien studiert.

Mit Pianistin Beate Wein (als Multi-Instrumentalistin u.a. beim Duo Hand in Hand und der Band Strom & Wasser zugange) und Drummer Aaron Christ (u.a. Montagsorchester) begann das Trio 2006, in langen und längeren Sessions die klanglich-dynamischen Möglichkeiten ihrer Spezial-Besetzung auszuloten. Eigen-artig fluoreszierendes Zeug trat dabei zutage, melodisch der großen Jazzrock-Zeit der 1970er Jahre nicht fern, jazzig, funky, lyrisch und flink, von modernistischen Breakbeats befördert, sind Kompositionen und Improvisationen trotz Komplexität praktisch auf der Stelle eingängig.

Die spürbare Spielfreude hat zudem zum Ruf einer exzellenten Liveband beigetragen, die seit 2008 beimTFF in Rudolstadt, dem Fusion-Festival in Lärz/Müritz und auf anderen Bühnen in D-Land, Österreich, Tschechien und Dänemark stand. Das definitiv unprätentiöse Auftreten des Trios tut das seine. 2012 erschien das Debüt-Album „Erpelparka-Suite“, das im Dezember 2011 aufgenommen wurde – im Wohnzimmer des Elternhauses von Beate Wein, am Rande der Tagebaukante in der Niederlausitz. Wo denn sonst.

 

Raum & Zeit

  • Buchhandlung Makulatur
  • Lübeck, 1. Juli 2013

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Fabsi King
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß