Violetta Parisini

  1. Time for silence
  2. A little sleep
  3. See
  4. Easily

„Trauer, Depression und Wut muss ich ausdrücken, bevor es wieder gut wird. Mit Musik geht das am besten. Aber es muss einen Ausblick geben!“ Sagt Violetta Parisini. Und klingt auch so.

Melancholie und Lebensfreude kommunizieren auf Augenhöhe in ihren sophisticated Popsongs, die sowohl in differenzierten Band-Arrangements als auch in der Kleinstbesetzung mit Gitarrist Florian Cojocaru viel Kraft und Stabilität spüren lassen. So wie die Musikerin selbst.

1980 in Wien geboren, studierte Parisini Philosophie und Theaterwissenschaft und schrieb ihre Diplomarbeit über Gilles Deleuze und Jim Jarmusch. Musikalischen Wurzeln und Vorbildern wie Mozart, Beethoven, Beatles, Nina Simone und Ella Fitzgerald scheinbar zum Trotze, wird sie zunächst in der elektronischen Musik als DJane bekannt, beginnt, zu DJ-Sets zu singen und arbeitet seit Mitte der 2000er schwerpünktlich als Sängerin. Sie ist auf Platten von The24Seven, Saedi u.a. Clubgrößen zu hören und gewann als featured vocalist mit Mieze Medusa & Tenderboy mit dem Titel „Nicht meine Revolution“ den Protestsongcontest 2007. Nominierungen 2010 für die Amadeus Austrian Music Awards in der Kategorie Pop/Rock und für den FM4-Award folgten. Teils mit Band, teils im Duett mit Cojocaru oder Drummer Alex Pohn – wobei sie selbst Klavier spielt – konnte sie Publikum im Vorprogramm von Joe Cocker und bei zahlreichen Konzerten in Österreich und Deutschland auf ihre Seite ziehen.

Auf seither zwei Alben – „Giving You My Heart To Mend“ (2010) und „Open Secrets“ (2012) – singt sie über Sozialängste, das Paradoxe und die Einfalt der Liebe, und über die real existierende Möglichkeit, Widerstand gegen das zunehmend Unzumutbare in den politischen Systemen zu leisten. Große Parolen und Virtuosität als selbstgefällige Effekthascherei fallen hier aus. Violetta stellt das Wesentliche in angemessen dezentes Licht und bedient sich auch als Sängerin nicht der großen Geste.

Raum & Zeit

  • Kulturbuchladen MaKULaTUR
  • Lübeck, 6. November 2012

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß