Zed Mizar

  1. Lament of a hapless earthling
  2. Bullfrog motorcycle
  3. Kiss of chaos

Seiner Selbstdarstellung zufolge ist Zed Mizar aus einem fremden Universum in unseres gefallen ist, als seine Cyborg-Tourband ein schwarzes Loch zu früh abbog und mit ihrer fliegenden Untertasse auf die Erde krachte. Was akzeptabel ist, wenn man annimmt, dass es sich bei diesem Parallel-Universum um Los Angeles handelt, in dessen Coffeehouse-Szene zed in „electronic music performance poetry“-Auftritten Psychedelia und surrealen Humor mit Science Fiction und Sex kombiniert.

Mit dem angemessenen Blick des Surrealisten beobachtet und kommentiert er das skurrile Treiben der Menschheit und den Triumphzug des pompösen Mittelmaßes. Ursprünglich Gitarrist in Alternative-Rock-Bands, hinterlegt zed Rap, Spokenword und Gesang mit einem genau ausgearbeiteten elektronischen Soundtrack, der sich zwischen 60er Psychedelia, Trip Hop, Devo, Zappa und Todd Rundgren aus unterschiedlichsten Quellen speist. Rocktronica nennt er das zutreffend, nicht nur, weil sich deutlich mehr Gitarre in den Tracks befindet („lots of gnarly fuzztones“) als sich in den ersten zwei Momenten identifizieren lässt: „Wenn die Leute an elektronische Musik denken, dann meist an four-to-the-floor-DJ-Musik. Meine Musik ist definitiv elektronisch, hat aber ebenso viel mit Songwriting zu tun wie mit Tanzen.“

Berührungsängste als Performer kennt zed mizar, wenn überhaupt, nur wenige. Der Einsicht folgend, dass, wenn man lustig und unterhaltsam ist, die Leute eher bereit sind, sich auf das Unalltägliche einzulassen, setzt der freundliche Amerikaner sich auch ohne Not einen überdimensionalen Uncle-Sam-Hut auf's kahle Haupt. Der verrückte Hutmacher aus „Alice im Wunderland“. Für Trekkies. 

 

Raum & Zeit

Credits

  • Text: Rolf Jäger
  • Kamera/Schnitt: Patrick Schwedler
  • Kamera: Thomas Nicolaisen
  • Ton: Peter Raffaelli
  • Standbild: Christoffer Greiß